Vorabpauschale Rechner: Die ETF-Steuer 2026 im Blick

Mit diesem Rechner kannst du prüfen, ob deine Bank die Steuer im Januar 2026 korrekt abgeführt hat, oder was dich für das kommende Jahr erwartet.
Dr. Chris Mulder

Dr. Chris ist ein ehemaliger leitender Wirtschaftswissenschaftler und Manager beim Internationalen Währungsfond und der Weltbank. Er ist einer der Mitbegründer von Hypofriend.

Aktualisiert am 02. February 2026

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Dr. Chris ist ein ehemaliger leitender Wirtschaftswissenschaftler und Manager beim Internationalen Währungsfond und der Weltbank. Er ist einer der Mitbegründer von Hypofriend.

In Deutschland wird jährlich eine Vorabsteuer auf ETFs fällig – die Vorabpauschale. Deren Höhe basiert auf dem Zinssatz für 15-jährige Staatsanleihen und ist zuletzt deutlich gestiegen. Für das Jahr 2026 beträgt der effektive Steuersatz ca. 0,33 % (siehe Tabelle unten). Das Problem dabei: Diese jährlich fällige Zahlung entzieht Ihrem Depot Liquidität und schmälert langfristig Ihren Zinseszinseffekt.

Berechne hier deine Steuerlast

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Ergebnis

Nettogewinn

5.000 €

Vorabpauschale

147 € 

Effektiver Steuersatz

0,33 %

Während der normale Steuersatz für 2026 bei 0,33 % liegt, wird er reduziert, da deine Rendite unter der vermuteten Rendite lag. Die meisten Broker berechnen die Vorabpauschale automatisch und melden sie an das Finanzamt, sodass du nichts manuell einreichen musst.

Warum ist die Vorabpauschale 2026 höher?

Die Höhe der Vorabpauschale wird maßgeblich durch den Basiszins bestimmt. Dieser Zinssatz wird von der Deutschen Bundesbank jeweils zum ersten Börsentag des Jahres festgelegt und gilt für das laufende Steuerjahr (zahlbar im Folgejahr).

Zum Jahresstart 2025 sprang der Basiszins auf 2,53 %. Dieser Wert bestimmt die Steuer, die im Januar 2026 fällig wurde. Aktueller Ausblick: Für das laufende Jahr 2026 ist der Zins weiter auf 3,20 % gestiegen (zahlbar Januar 2027), was die Steuerlast für ETF-Anleger weiter erhöhen wird.

Entwicklung des Basiszinses & Steuerlast

(Beispiel für einen thesaurierenden Aktien-ETF mit 30 % Teilfreistellung)

Steuerjahr

Fälligkeit (Zahlung)

Basiszins

Effektiver Steuersatz

2023

Jan. 2024

2,55 %

0,33 %

2024

Jan. 2025

2,29 %

0,30 %

2025

Jan. 2026

2,53 %

0,33 %

2026

Jan. 2027

3,20 %

0,42 %

Wie hoch ist die Vorabpauschale für 2027?

Viele Anleger fragen sich nach dem Basiszins für 2026 (zahlbar 2027). Die Höhe steht bereits fest, da sie auf der Rendite 15-jähriger Bundesanleihen zum Ende des Jahres 2025 basiert. Dieser Zinssatz wurde vom Bundesfinanzministerium auf 3,2 % festgelegt.

Für einen Standard-Aktien-ETF (mit mehr als 50 % Aktienanteil) ergibt sich daraus eine effektive Steuerbelastung von 0,41 %. Das macht das Jahr 2027 voraussichtlich zum teuersten Steuerjahr für ETF-Anleger seit 2018.

Wie wird die Vorabpauschale berechnet?

Die Vorabpauschale zu berechnen, folgt einer festen Logik gemäß dem Investmentsteuergesetz. Das Finanzamt ermittelt zunächst den Basisertrag, multipliziert diesen mit dem steuerpflichtigen Anteil und wendet darauf die Kapitalertragsteuer an. Die Formel lautet:

Vorabpauschale = 70 % × steuerpflichtiger Anteil × Kapitalertragsteuer × Basiszins

Besonders betroffen sind thesaurierende Fonds, da hier keine Ausschüttungen die Steuerlast mindern. Beispielrechnung für 2027 (Standard-Aktien-ETF):

70 % x 70 % x 26,375 % x 3,2 % = 0,41 %

Der steuerpflichtige Anteil hängt von der Art des Fonds ab. Bei einem klassischen Aktien-ETF sind beispielsweise 30 % steuerfrei (Teilfreistellung), weshalb 70 % versteuert werden müssen:

Anlagetyp

Steuerpflichtiger Anteil (%)

Aktienfonds (> 50 % Aktien)

70 %

Mischfonds (25–50 % Aktien)

85 %

Sonstige Fonds (< 25 % Aktien)

100 %

Immobilienfonds

40 %

Auslands-Immobilienfonds

20 %

Wichtig: Wenn du deine Anteile in der Zukunft verkaufst, zieht deine Bank automatisch alle in den Vorjahren gezahlten Vorabpauschalen von deiner Steuerschuld ab. Das verhindert eine Doppelbesteuerung.

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Der versteckte Kostenfaktor: Der Zinseszinseffekt

Auch wenn die Vorabpauschale später verrechnet wird, kostet sie dich bares Geld. Der Grund: Sie zieht die Steuerzahlung vor („Liquiditätsabfluss“). Geld, das an das Finanzamt fließt, kann nicht mehr für dich arbeiten.

Diesen Zinseszinseffekt darfst du nicht unterschätzen. Die 72er-Regel besagt: Bei einer Rendite von 7,2 % verdoppelt sich dein Kapital alle 10 Jahre. In 30 Jahren würde sich dein Geld also verachtfachen.

  • Das bedeutet: 1 €, den du heute als Steuer voraus zahlst, kostet dich 8 € an entgangenem Endvermögen.

  • Selbst wenn wir die Steuer berücksichtigen, die du am Ende auf diese Gewinne zahlen müsstest, bleibt ein Verlust: Der Nettogewinn bei einer nachgelagerten Besteuerung (nach 30 Jahren) läge bei ca. 6,52 € pro Euro gezahlter Vorabpauschale.

Wir bei Pensionfriend legen deshalb höchsten Wert auf Steuereffizienz und ETF-Auswahl, die ihre Indizes nach Kosten schlagen.

Der einfachste Weg, die Vorabpauschale komplett zu vermeiden, ist die Investition über einen Privaten Rentenplan (Private Pension Plan / PPP) im Versicherungsmantel.

In einem solchen Mantel zahlst du keine Vorabsteuer. Dein Vermögen wächst steuerfrei an ("Brutto-Reinvestition").

Weitere Vorteile des PPP:

  • Steuerfreies Umschichten: Wenn du ETFs verkaufst oder kaufst, um dein Portfolio anzupassen (Rebalancing), fallen innerhalb des Mantels keine Steuern an.

  • Halbeinkünfteverfahren: Wenn du dir das Kapital nach dem 62. Lebensjahr auszahlen lässt (und der Vertrag 12 Jahre lief), ist die Hälfte der Gewinne komplett steuerfrei. Die andere Hälfte wird nur mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert.

Deshalb fokussieren wir uns bei Pensionfriend auf diese PPP-Lösung, auch wenn wir andere Produkte anbieten könnten.

Für kleine Anlagebeträge: Der Sparerpauschbetrag

Bei kleineren Summen kannst du die Vorabpauschale vermeiden, indem du deinen Sparerpauschbetrag nutzt. Dieser liegt bei 1.000 € pro Jahr für Singles und 2.000 € für Ehepaare. Achtung: Dieser Freibetrag gilt für alle deine Kapitalerträge, also auch für Zinsen auf dem Tagesgeldkonto.

Wenn du 10.000 € in einem Depot hast (bei 6–7 % Rendite) und weitere 10.000 € auf einem Tagesgeldkonto (bei 2–3 % Zinsen), schöpfst du deinen Freibetrag als Single fast vollständig aus (ca. 600–700 € aus dem Depot + 200–300 € Zinsen).

Was du vermeiden solltest, ist Folgendes: Du lässt deine 10.000 € im normalen Depot auf z. B. 100.000 € anwachsen und merkst dann, dass du die Strategie ändern möchtest. Ein Wechsel ist dann teuer, da du alle Anteile verkaufen und die volle Abgeltungssteuer (26,375 % auf 70 % der Gewinne bei Aktien-ETFs) sofort zahlen musst.

Warum der PPP für den Vermögensaufbau überlegen ist

Zusammenfassend empfehlen wir für größere Investitionen den Pensionfriend Private Pension Plan. Im Pensionfriend Private Pension Plan (PPP) entfällt die Vorabpauschale und somit der jährliche Liquiditätsabfluss, wodurch dein Kapital dank Zinseszinseffekt ungestört bis zur Rente wächst, während du zusätzlich von 15 % Teilfreistellung auf alle Fondstypen und der 50-prozentigen Steuerbefreiung bei einer Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr profitierst.

Quellen & Anmerkungen

  • Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat den Basiszins für 2026 offiziell auf 3,20 % festgesetzt. Dies entspricht einem Anstieg von 26,5 % gegenüber dem Vorjahreswert (2,53 %) und macht das kommende Steuerjahr zum teuersten für ETF-Anleger seit 2018. Die Deutsche Bundesbank liefert die Daten zur Rendite 15-jähriger Anleihen, die als Berechnungsgrundlage dienen.

  • Die rechtliche Grundlage für die Berechnung der Vorabpauschale und die Anrechnung auf den Veräußerungsgewinn findet sich im Investmentsteuergesetz (§ 18 & § 19 InvStG).